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Trommel

Der musikalische Reichtum afrikanischer Musikkulturen steht im auffälligen Gegensatz zur materiellen „Armut“ in manchen Gebieten. Eine technologische Entwicklung wie in der europäischen Musik – vom Monochord zum Konzertflügel, von kleinen mittelalterlichen Musikensembles zu hundertköpfigen Sinfonieorchestern – hat es in Afrika nicht gegeben. Von der Erfindung elektroakustischer Klangerzeuger und Musikformen ganz zu schweigen.

 

Statt dessen dominieren Naturmaterialien: Holzstäbe und Holzstöcke, ausgehöhlte Baumstämme, Bambus- und Schilfrohre, Fruchtkapseln, gedrehte Siasalfasern, Palmblätter, ausgeschabte Kürbiskalebassen, Tierhäute und Tiersehnen.

 

Die scheinbar „armen“ Instrumente offenbaren jedoch einen ungeahnten musikalischen Reichtum, der von der musikalischen Kreativität und der Erfindungskraft afrikanischer Völker zeigt. Manche Instrumente gibt es so nur in Afrika.

 

Die Trommeln sind die am häufigsten verwendeten Instrumente. Ihr Ursprung (Westafrika) stammt von Volksgruppen der Malinke und Bambaren, aus Guinea, Senegal und der Elfenbeinküste.

 

Schon immer wurde die Trommel von den verschiedensten Kulturen bei Zeremonien und Ritualen verwendet und schon immer hat sie die Menschen mit einem einzigartigen Gefühl der Zusammengehörigkeit verbunden.

 

Es gibt zahlreiche Trommeln, die sich nicht nur vom Aussehen und Größe, sondern auch vom Klang unterscheiden, und auch unterschiedlich gespielt werden.

Die unterschiedlichen Formen und Größen verraten teilweise das Herkunftsland,

ist aber auch vom verwendeten Holz abhängig.

 

Der Trommelbau ist Handarbeit! Der Körper wird aus Holz, Kürbissen oder Ton gefertigt, das Fell besteht aus Reptilhaut oder der Haut von Kühen, Ziegen und anderen Tieren.

Die bei uns bekannten Trommelarten sind: Djembe, Bassam-Djembe, Bougarabou, Basstrommeln, Talkingdrum, Reibtrommel, Kpanlogo, Bata und Sabar.

 

Die verschiedenen Trommeln haben unterschiedlichen Spieltechniken.

Bei der Reibtrommel wird durch Reiben der Membran der Klang erzeugt,

Talking Drum (Sanduhr-Trommel),wird als sprechende Trommel bezeichnet, da sie die menschliche Stimme nachahmt. Sie ist mit zwei über Lederschnüre miteinander verbundenen Fellen bespannt. Man klemmt sie unter den Arm und erzeugt durch Bewegung des Oberarms verschiedene Töne. Gleichzeitig wird der Rhythmus mit dem Krummstab auf das Fell geschlagen. Die Djembe wird mit den Händen geschlagen und ihre verschiedenen Klangfarben werden durch drei unterschiedliche Handstellungen erzeugt. Mehrere Einzelstimmen ergeben gemeinsam den Rhythmus.

 

Djemben werden meist durch die Basstrommeln, Kenkeni, Sangba und Dununba begleitet, wobei diese ebenfalls unterschiedlich vom Bass, sowie der dazugehörenden Glocke geschlagen werden.

 

Trommeln geben immer den Rhythmus und das Tempo an.

Es gibt langsame und schnelle Rhythmen, die während eines Stücks variiert werden.

Auch bei den Trommlern gibt es Solisten, die nach belieben ihr Solo einsetzen, oder abwechselnd von mehreren Trommlern gespielt werden.

 

Das Trommeln verbindet die Menschen und stärkt die Lebenskraft und sorgt für einen seelischen Ausgleich.

 

 

Eine Trommel,

die niemand berührt,

spricht nicht!

 

(afrikanische Weisheit)

 

 

(Katja Böhler/Jürgen Hoeren aus „Afrika-Mythos und Zukunft“ bpb 2003)

 


 
 
 
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